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e martë, maj 23, 2006

Flori Bruqi:Jeta dhe vepra e Kadarese

Flori Bruqi:

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Ismail Kadare

Ismail Kadare (* 28. Januar 1936 in Gjirokastër, Albanien) ist ein albanischer Schriftsteller. Er lebt in Tirana. Als erster Autor wurde er 2005 mit dem Internationalen Booker Prize geehrt.

Die auch oft verwendete Schreibweise Kadaré ist vermutlich aus dem Französischen abgeleitet, in das er zuerst übersetzt wurde.

Ismail Kadare wurde am 28. Januar 1936 im südalbanischen Gjirokastra geboren, als Sohn eines bescheidenen Gerichtsboten, doch mit einem gebildeten und wohlhabenden Großvater mütterlicherseits.

Über Kadares Kindheit und die Stadt, in der er sie verlebte, schreibt er in seinem Roman »Chronik in Stein«.

Als in Albanien das kommunistische Nachkriegsregime errichtet wurde, war Ismail Kadare acht Jahre alt: Er ist in dieses Regime, das er erlebt und mit dem er sich auseinandergesetzt hat, hineingewachsen.

Nach Talentproben schon im Schüleralter studierte er in der albanischen Hauptstadt Tirana und dann für kurze Zeit am Moskauer Gorki-Institut Literaturwissenschaften.

Literarischer Ruhm

In den 1960er Jahren war er vor allem als Lyriker populär, während er heute diesem Genre angesichts eines Überangebots mittelmäßiger Poeten im Osten und dem geringen Interesse an Gedichten im Westen eher skeptisch gegenübersteht.

Seinen eigentlichen literarischen Durchbruch hatte Kadare 1964 mit dem berühmt gewordenen und mehrfach (unter anderem mit Michel Piccoli und Marcello Mastroianni) verfilmten Roman Der General der toten Armee.

Zahlreiche weitere Romane folgten, die schnell auch im Ausland Beachtung fanden. Wenn er auch systembedingt in seinem Schaffen zahlreichen Einschränkungen und Zensurmaßnahmen unterworfen war, machte ihn sein Ruhm im Ausland für das Regime bis zu einem bestimmten Grad unantastbar, da es seine Reputation für sich nutzen wollte.

Im Oktober 1990 suchte und fand Kadare mit seiner Familie aus Protest gegen die Verschleppung der Demokratisierung durch den Übergangsmachthaber Ramiz Alia in Frankreich, wo er sich zuvor mehrmals aufgehalten hatte, politisches Asyl. 1999 kehrte er in seine Heimat zurück. Jetzt lebt er in Tirana, hat aber auch noch eine Wohnung in Paris.

Kritik

Vor der »Wende« in Albanien zu Beginn der 1990er Jahre feierte die Literaturkritik seine Werke fast überschwänglich als große, die stupiden Regeln des »sozialistischen Realismus« links liegend lassende Literatur.

Danach schlug das Urteil um, und teilweise die gleichen Kritiker, die ihn eben noch hoch gelobt hatten, werfen ihm seiner Nähe zum stalinistischen Regime vor, was bis zu dem Wort von der »Hoxha-Kadare-Diktatur« ging.

Dabei mag eine gewisse Enttäuschung darüber mitgeschwungen haben, dass Ismail Kadare sein internationales Ansehen nicht gegen das Regime verwandt hatte. Als Mitglied der Partei der Arbeit und Parlamentsabgeordneter (1970-1982) war er sicherlich ein Teil des Systems.

Andererseits äußerte er mehr Kritik als sich das sonst jemand in Albanien erlauben konnte, geschützt durch seine internationale Bekanntheit und vermutlich auch von Enver Hoxha selber.

Für Ismail Kadare spricht die unbestreitbare literarische Qualität seines Werks im Ganzen, ganz abgesehen davon, dass nicht viele Bücher so klare Einsichten in das Funktionieren totalitärer Systeme vermitteln wie die Romane »Der Schandkasten« oder »Der Palast der Träume«.

Zu den Inhalten der Werke

Doch Kadare ist nicht eigentlich ein politischer Autor, so wenig wie seine Bücher, die sich oft auf historische Begebenheiten beziehen oder doch bei solchen Begebenheiten ansetzen, historische Romane wären.

Es lohnt zum Beispiel nicht, die Darstellung des Osmanischen Reiches, in dem viele Kadare-Romane spielen, auf historische Treue zu untersuchen, denn es geht dabei vor allem um den Prototyp eines Superreiches, in dem man, um mit dem Autor selbst zu sprechen, »alle menschlichen Rassen findet, alle Religionen, jedes Klima und jede Landschaft, alle Dramen der Völker und vor allem alle Mechanismen der totalitären Unterdrückung, vom Römischen Reich über Byzanz und die Mongolen bis zum Dritten Reich und dem Sowjetimperium«. Oder, noch anders gesagt, der Autor entführt uns in sein ganz eigenes Reich, dessen Grenzen ungeheure Distanzen in Raum und Zeit einschließen und vereinen.

Hier kann Prometheus Mao Tse-tung begegnen, und zwischen Albanien und Stambul, der Hauptstadt, liegt ein Gebiet, das wir im Geografieunterricht nie kennen gelernt haben: die Zone des Kra-Kra.

In Kadares Reich begegnen Legenden und Mythen dem Leben, vereinigen sich mit ihm, und aus dieser Verbindung gehen neue Legenden hervor und neues Leben, und die Grenzen dazwischen sind nicht scharf, so wenig wie die Grenzen zwischen dem Himmel und der Welt, der unterirdischen und der oberirdischen.

Ein Bruder entsteigt dem Grab, um bei seiner Schwester ein Versprechen einzulösen, ein General kämpft mit einer Armee aus Knochen im albanischen Lehm, die Geheimpolizei belauscht ihre Opfer bis ins Grab hinein.

Doch die Macht der Herrschenden ist nicht beständig, sie scheitert immer wieder an der gleichgültigen Verachtung der Beherrschten.

Der Kopf des Pascha, der eben noch die aufrührerische Provinz unterworfen hat, ist morgen schon blutig im Schandkasten der Hauptstadt ausgestellt.


Die Sonne scheint nicht oft in Kadares Reich, und die Mauern von Amtsgebäuden, Festungen und steile Städte aus Stein ragen abweisend empor.

Doch wer sich als Leser davon nicht abschrecken lässt, erlebt auch viele Szenen von rührender Menschlichkeit und hinreißender Poesie, niedergelegt in einer einfachen, klaren, durchscheinenden Sprache, die sich jedoch rasch verdichten kann zu Bildern von ungewöhnlicher Kraft.

Nationaler Schriftsteller

Ismail Kadare ist nicht nur Albaniens bekanntester Schriftsteller, sondern auch ein sehr albanischer Schriftsteller.

Das hat ihm bisweilen den Vorwurf des Nationalismus eingebracht. Mag sein, dass bei ihm in den letzten Jahren und Werken der Drang, ein nationaler oder gar der Nationalschriftsteller zu sein, zur Überbetonung des patriotischen Elements geführt hat. Mit einem seiner Kritiker setzt sich Kadare in einem langen Interview mit Alain Bosquet, das in Frankreich als Buch erschienen ist, auseinander.

Dieser Kritiker hatte geschrieben: Wenn es um seine Nation geht, ist Kadare so blind wie Homer.


Werke

1. Der General der toten Armee (Gjenerali i Ushtrisë së Vdekur), 1963, ISBN 3423113065 und ISBN 3-250-60043-1

2.Die Festung (Kështjella), 1970, ISBN 3423114770

3.Chronik in Stein (Kronikë në gurë), 1971, ISBN 3423115548

4.Der große Winter (Dimri i Madh), 1977, ISBN 3-423-11137-2

5.November einer Hauptstadt (Nentori i nje kryeqyteti), 1975, ISBN 3890290434

6.Der Schandkasten, 1978, ISBN 3423122137

7.Die Brücke mit den drei Bögen (Ura me tri harqe), 1978, ISBN 3-250-60041-5

8.Der Palast der Träume (Pallati i ëndërrave), 1980, ISBN 3250600423

9.Der zerrissene April (Prilli i thyer), 1980, ISBN 3-250-60040-7

10. Doruntinas Heimkehr (Kush e solli Doruntinën), 1980, ISBN 3-423125640

11. Die Schleierkarawane (Sjellësi i fatkeqësisë - Islamo nox), 1984, ISBN 3-423-11909-8

12. Konzert am Ende des Winters (Koncert në fund të dimrit), 1988, ISBN 3-7017-0715-4

13. Das verflixte Jahr (Viti i mbrapsht), 1985, ISBN 3-250-60044-X

14.Dosja H (Die Akte H.), 1990

15.La Pyramide (Die Pyramide), 1992

16.Tri këngë zie për Kosovën (Drei Trauerlieder für Kosova), 1998


Mr.sc.Flori Bruqi


Prishtinë,23.05.2006